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Ratgeber
11 Min. Lesezeit

Plissees, Rollos und Storen beim Umzug

Was Mieterinnen und Mieter in der Schweiz beim Wohnungswechsel wirklich beachten müssen

Plissees, Rollos und Storen beim Umzug fachgerecht abnehmen und montieren – Profi demontiert Wabenplissee am Fenster

Wenn der Sonnenschutz beim Auszug zur Kostenfalle wird

Massgeschneiderte Wabenplissees aus dem Schlafzimmer, Doppelrollos im Wohnzimmer, elektrische Lamellenstoren auf dem Balkon: Sonnen- und Sichtschutz wird beim Umzug regelmässig unterschätzt – und genau das macht ihn zu einer der häufigsten Streitpunkte bei der Wohnungsübergabe in der Schweiz. Falsche Demontage, vergessene Bohrlöcher oder ein beim Transport zerknitterter Stoff können den Schlussabzug bei der Mietkaution schnell um mehrere Hundert Franken erhöhen.

Bei rund 30 % aller Wohnungsübergaben gibt es laut Schweizerischem Mieterverband Diskussionen über Plissees, Rollos oder Bohrlöcher.

Aus über 30 Jahren Umzugserfahrung im Kanton Zürich wissen wir: Plissees, Rollos und Storen werden beim Umzug fast immer in den letzten 24 Stunden abgenommen – im Stress, ohne Anleitung und mit dem falschen Werkzeug. Das Ergebnis sind beschädigte Stoffe, gerissene Profile, fehlerhaft verschlossene Bohrlöcher und zum Schluss ein Mietzinsabzug, der den vermeintlich gesparten Profi-Aufwand schnell übersteigt. Dieser Ratgeber zeigt, was hinter dem Thema rechtlich, technisch und finanziell wirklich steckt.

Plissees, Rollos, Storen – die Unterschiede im Schweizer Mietrecht

Im Alltag werden die Begriffe oft synonym verwendet – juristisch und technisch sind sie es nicht. Wer beim Umzug richtig handeln will, muss zuerst wissen, welches System Eigentum des Vermieters ist und was der Mieter selbst angebracht hat. Daraus ergeben sich völlig unterschiedliche Pflichten bei der Wohnungsübergabe – und unterschiedliche Risiken beim eigenmächtigen Demontieren.

System Typische Varianten Montageart Eigentum Pflicht beim Auszug
Plissees Wabenplissees, Klemmplissees, Spannplissees Innen, am Fensterflügel oder im Glasfalz – meist Klemm oder Bohrung Meist vom Mieter angebracht Rückbaupflicht bei Auszug
Rollos Stoffrollos, Doppelrollos, Verdunkelungsrollos, Holzrollos Innen, an Fensterrahmen oder Sturz – Bohrung oder Klemmen Meist vom Mieter angebracht Rückbaupflicht bei Auszug
Lamellenstoren Aluminium- oder Holz-Lamellen, oft mit Storen-Motor Aussen am Mauerwerk, in Storenkasten geführt Eigentum des Vermieters Bleibt in der Wohnung – Übergabe in funktionsfähigem Zustand
Stoffstoren / Markisen Gelenkarmmarkisen, Senkrechtmarkisen (Schenker, Stobag, Griesser) Aussen an Fassade oder Balkon Eigentum des Vermieters Bleibt in der Wohnung – nur Reinigung und Funktionsprüfung nötig
Innenjalousien Holz-Jalousien, Vertikal-Lamellen, Faltstores Innen, meist gebohrt – mit Sturz- oder Wandhaltern Variabel – je nach Mietvertrag Im Mietvertrag oder Übernahmeprotokoll geregelt

Was sagt das Mietrecht (OR Art. 256, 260a, 267)?

Der Schweizerische Obligationenrecht (OR) regelt die Pflichten klar: Fest verbaute Sonnen- und Sichtschutzsysteme – also Storen, Rolladen und Markisen – sind Bestandteil der Mietsache nach Art. 256 OR. Sie bleiben in der Wohnung und müssen vom Mieter sorgfältig behandelt werden. Eigenmächtige Demontage gilt als Sachbeschädigung und kann zu fristloser Kündigung sowie Schadenersatz führen.

Plissees, Stoffrollos und ähnliche, vom Mieter selbst angebrachte Systeme fallen unter Art. 260a OR (Erneuerungen und Änderungen durch den Mieter). Bei Auszug besteht grundsätzlich die Wiederherstellungspflicht in den ursprünglichen Zustand – das heisst: alles abbauen, Bohrlöcher fachgerecht verschliessen, Anstrich ausbessern. Eine Übernahme durch den Nachmieter (Ablöse) ist nur dann verbindlich, wenn sie schriftlich festgehalten wurde – mehr dazu in unserem Ratgeber zur Ablöse beim Mieterwechsel.

Praktisch heisst das: Wer ein Wabenplissee in 4 Schlafzimmern hängen hat und die Bohrlöcher nicht professionell verschliesst, riskiert beim Wohnungsabgabe-Termin einen Mietzinsabzug von leicht CHF 300 bis CHF 800. Bei elektrischen Storen wiegt jeder unsachgemässe Eingriff noch schwerer – die Reparatur eines beschädigten Storenmotors kostet schnell vierstellig.

Häufige Schadensszenarien – und was sie wirklich kosten

In den vergangenen Jahren haben wir wiederholt Folgeaufträge übernommen, nachdem Mieterinnen und Mieter zuerst selbst rückbauen wollten. Diese fünf Szenarien sehen wir am häufigsten – mit echten Frankenbeträgen aus der Praxis im Kanton Zürich:

1. Wabenplissee bricht beim Lösen aus dem Klemmhalter

CHF 220 – 480 (Ersatz pro Fenster)

Ursache: Zu starkes Verkanten beim Lösen – Profil reisst ein

2. Bohrlöcher im Holzfensterrahmen unsachgemäss verschlossen

CHF 80 – 250 pro Loch (Mietzinsabzug)

Ursache: Falscher Spachtel, ungeschliffen, ohne Lackierung

3. Storen-Motor brennt durch beim Anschliessen in der neuen Wohnung

CHF 450 – 1'200 (Reparatur durch Storenfachmann)

Ursache: Falsche Polung oder Spannung – häufig bei DIY-Versuch

4. Storenstoff verschmutzt oder eingerissen beim Transport

CHF 350 – 1'400 (Stoffersatz inkl. Konfektion)

Ursache: Falsche Faltung, ohne Schutzhülle, gepresst neben Möbeln

5. Sturz von der Leiter beim Storen abnehmen am Aussenfenster

Verletzungsrisiko – häufige SUVA-Unfallursache im Privatbereich

Ursache: Ungesicherte Anstellleiter, ungeeignetes Werkzeug

Lebensdauer beachten – nicht alles muss ersetzt werden

Storenstoffe, Markisen und Plissees haben in der Schweizer Lebensdauertabelle des Mieterverbands definierte Nutzungsdauern (Stoffstoren ca. 15 Jahre, Lamellenstoren 20–25 Jahre). Ältere Systeme dürfen bei der Wohnungsübergabe nicht 1:1 zum Neupreis verrechnet werden – der Vermieter muss eine Wertminderung anrechnen. Wir kennen die aktuelle Tabelle und unterstützen Sie bei einer fairen Übergabe.

Kein Risiko bei der Wohnungsübergabe eingehen

Wir besichtigen Ihren Sonnen- und Sichtschutz kostenlos vor Ort und erstellen einen ehrlichen Festpreis – inklusive Bohrloch-Reparatur und Versicherungsschutz.

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Worauf es bei Demontage und Wiedermontage wirklich ankommt

Sonnen- und Sichtschutz ist ein Bereich, in dem über 30 verschiedene Hersteller mit jeweils eigenen Klemm-, Schraub- und Spannsystemen am Markt sind. Wer als Privatperson zum ersten Mal ein Wabenplissee abnimmt, kennt weder das richtige Werkzeug noch die korrekte Reihenfolge. Genau das macht den Unterschied zwischen einem reibungslosen Auszug und einem teuren Schaden.

Markenspezifisches Spezialwerkzeug

Plissee-Spannschlüssel, Imbus-Sets für Klemmrollos, Lamellenstoren-Adapter, Storen-Kurbeln verschiedener Längen, Saugheber für Wabenprofile: Wir arbeiten mit über 20 spezifischen Werkzeugen und kennen die Systeme der wichtigsten Hersteller wie Griesser, Schenker Storen, Stobag und Hella.

Bohrloch-Reparatur in Vermieter-Qualität

Ein sauber verschlossenes Bohrloch ist ein eigenes Handwerk: passender Spachtel je nach Untergrund (Holz, Gips, Beton), Schleifen, Grundieren, Anstrich in originalgetreuem Farbton. Ein Privathaushalt hat selten alle Materialien greifbar – wir bringen sie zum Termin mit. Mehr zur Wohnungsübergabe in unserem Ratgeber zur Wohnungsabgabe ohne Fehler.

Sicherer Transport ohne Knickstellen

Wabenplissees und Stoffrollos werden niemals einfach in Kartons gelegt. Sie brauchen passgenaue Schutzhüllen, möglichst die Originalverpackung oder gepolsterte Rollen. Schon eine einzige Knickstelle auf 18 cm reicht, um ein Plissee dauerhaft unbrauchbar zu machen. Mehr zum richtigen Verpacken im Ratgeber Zerbrechliches verpacken.

Wiedermontage millimetergenau

Bei der Montage am neuen Fenster zählt jeder Millimeter. Sind die Halter nur 2 mm schief, schliessen die Lamellen nicht bündig. Wir messen mit Wasserwaage und Lasernivellier und montieren so, dass jedes System sofort funktioniert. Falls die alten Plissees nicht passen, beraten wir auch zum Verkauf oder zur Spende.

Was Profis von Privatpersonen unterscheidet

  • Hersteller-Wissen: Wir wissen, dass ein Schenker-Doppelrollo anders gelöst wird als ein Erfal-Klemmplissee – und welche Modelle ohne Spezialwerkzeug einfach brechen.
  • Mietrechts-Erfahrung: Bei der Übergabe wissen wir genau, was bleiben muss und was rückgebaut wird – wir kennen die typischen Argumentationen von Verwaltungen im Kanton Zürich.
  • Versicherter Festpreis: Unsere Umzugs-Profis arbeiten mit voller Transport- und Betriebshaftpflicht – im Schadensfall bekommen Sie den Wiederbeschaffungswert ersetzt.
  • Komplettpaket inkl. Reinigung: Bei Bedarf reinigen wir die Storen-Lamellen vor der Übergabe und kombinieren das mit unserer Umzugsreinigung mit Abnahmegarantie.

Demontage, Transport, Montage – aus einer Hand

Wir kümmern uns um Ihren gesamten Sonnen- und Sichtschutz: vom sauberen Rückbau in der alten Wohnung bis zur funktionsfähigen Montage am neuen Fenster.

Beratungstermin vereinbaren

Ehrlicher Kostenvergleich: DIY vs. Profi-Service

Auf den ersten Blick scheint der Selber-Rückbau die günstigere Variante. Wenn man jedoch alle Positionen seriös aufrechnet – inklusive Werkzeug, Verbrauchsmaterial und Risiko – liegt der Profi-Service am Ende oft in einem ähnlichen Preisbereich wie das DIY-Paket. Hier eine realistische Beispielrechnung für eine 4-Zimmer-Wohnung in Zürich mit 8 Fenstern (5 mit Plissees, 3 mit Doppelrollos):

Position DIY-Variante Profi-Service
Spachtel, Schleifpapier, Pinsel, Lack CHF 60 – 120 inklusive
Sicherheitsleiter & Werkzeug-Set CHF 80 – 200 (Miete) inklusive
Schutzhüllen für Plissees / Rollos CHF 30 – 80 inklusive
Demontage-Zeitaufwand selber 4 – 8 Std (Wochenende) inklusive
Wiedermontage am neuen Fenster Lernkurve – oft schief inklusive
Bohrlöcher fachgerecht schliessen Risiko Mietzinsabzug inklusive
Versicherung Schadensfall nicht versichert inklusive
Total realistisch (4-Zi-Wohnung) CHF 170 – 400 + volles Risiko CHF 280 – 550 all-in

* Beispielrechnung für 4-Zi-Wohnung mit 8 Fenstern. Tatsächliche Kosten variieren je nach System, Höhe und Zugang. Ein einziger Schadensfall kann den DIY-Vorteil sofort aufheben.

Praxisbeispiel: 4.5-Zi-Wohnung in Zürich Wipkingen

Im März 2026 unterstützten wir eine Familie beim Auszug aus einer Genossenschaftswohnung in Wipkingen. Vorhanden waren 6 massgeschneiderte Wabenplissees (Originalpreis CHF 2'400), 2 Doppelrollos und 4 Lamellenstoren aussen. Die Bewohner hatten zunächst selber demontieren wollen – bis sie merkten, dass die Bohrlöcher der Plissees in einen geölten Eichen-Fensterrahmen gebohrt waren und ein professionelles Ausbessern nötig war. Unser Komplett-Service für Demontage, Bohrloch-Reparatur, Transport und Wiedermontage in der neuen Wohnung in Höngg: CHF 480. Im DIY-Szenario hätte allein der Mietzinsabzug für die Bohrlöcher CHF 320 betragen – plus 8 Stunden Eigenarbeit und Risiko bei den Plissees.

Häufige Fragen zu Plissees, Rollos und Storen beim Umzug

Müssen Plissees und Rollos beim Auszug entfernt werden?
Ja, in der Regel müssen vom Mieter selbst angebrachte Plissees, Klemmrollos und Stoffrollos beim Auszug zurückgebaut werden – inklusive sauberem Verschliessen aller Bohrlöcher. Grundlage ist Art. 260a OR (Erneuerungen und Änderungen durch den Mieter). Eine Übernahme durch Vermieter oder Nachmieter (sogenannte Ablöse) ist möglich, muss aber schriftlich vereinbart sein. Storen, Rolladen und Markisen sind hingegen fest verbaute Mietsache und bleiben grundsätzlich in der Wohnung. Bei Unsicherheit lohnt sich eine kostenlose Einschätzung durch unsere Profis – wir prüfen vor Ort, was bleibt und was rückgebaut werden muss.
Was kostet die professionelle Demontage und Montage von Sonnen- und Sichtschutz?
Der Aufwand für Demontage, Transport und Wiedermontage liegt bei einem typischen Schweizer Umzug zwischen CHF 35 und CHF 90 pro Fenster – abhängig von System (Plissee, Doppelrollo, Lamellenstoren), Höhe, Zugang (Leiter, Hubsteiger) und ob Bohrlöcher fachgerecht verschlossen werden müssen. Bei kombinierten Aufträgen mit dem regulären Umzug profitieren Sie von einem deutlich günstigeren Paketpreis. Gerne erstellen wir Ihnen eine unverbindliche Offerte mit Festpreis – inklusive Versicherungsschutz für jede einzelne Komponente.
Wer haftet, wenn beim Abnehmen ein Plissee oder Storen beschädigt wird?
Beim DIY-Rückbau tragen Sie das volle Risiko: Eine Hausratversicherung deckt Eigenverschulden beim Demontieren in den meisten Fällen nicht. Auch die Privathaftpflicht greift nur, wenn Drittpersonen oder fremdes Eigentum geschädigt werden – nicht beim eigenen Plissee. Beim beauftragten Profi-Service ist die Demontage durch unsere Transport- und Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt. Wichtig ist, dass jedes System vor dem Eingriff fotografisch dokumentiert wird – das machen wir grundsätzlich. Mehr dazu im Ratgeber zur Versicherung beim Umzug.
Können meine Plissees und Rollos in der neuen Wohnung weiterverwendet werden?
In den meisten Fällen ja – sofern die neuen Fenster ähnliche Masse haben und die Plissees nicht direkt auf das alte Fenstermass zugeschnitten wurden. Massgeschneiderte Wabenplissees sind oft zentimetergenau auf den jeweiligen Glasausschnitt gefertigt und passen nicht 1:1. Wir messen vor dem Umzug die neuen Fenster aus, prüfen die Eignung jedes einzelnen Systems und beraten Sie ehrlich, was sich lohnt mitzunehmen und was Sie besser entsorgen oder verkaufen. Bei Unsicherheiten lohnt sich eine kostenlose Vor-Ort-Besichtigung durch unsere Profis.

Sonnenschutz beim Umzug in sicheren Händen

Lassen Sie sich eine kostenlose, unverbindliche Offerte erstellen – inklusive Demontage, Transport und Wiedermontage Ihrer Plissees, Rollos und Storen.