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Ratgeber
12 Min. Lesezeit

Kaminofen & Schwedenofen entsorgen

Was Sie über Demontage, Russ, Schamotte und fachgerechte Entsorgung wissen müssen

Kaminofen entsorgen Schweiz – Schwedenofen fachgerecht demontieren und Altmetall sauber recyceln

Schwer, russig und ein Materialmix – kein gewöhnliches Möbelstück

Ein Kaminofen sieht harmlos aus, ist aber alles andere als ein Schrank, den man zu zweit die Treppe runterträgt. Er wiegt oft mehr als ein erwachsener Mensch, ist innen mit Russ und Teer überzogen, am Schornstein angeschlossen und besteht aus Metall, Schamotte und hitzebeständigem Glas. Aus unserer über 30-jährigen Erfahrung mit Wohnungsauflösungen und Sanierungen wissen wir: Die teuersten Fehler passieren nicht beim Recycling, sondern beim Ausbau und beim Verschliessen des Kamins.

Wichtig: Dichtschnüre und Ofenkitt vor 1990 können Asbest enthalten – nie aufreissen ohne Abklärung.

Holz- und Pelletheizungen liegen im Trend – entsprechend viele alte Schwedenöfen, Cheminéeöfen und Kachelofen-Einsätze werden ersetzt oder bei einer Räumung ausgebaut. Was viele Eigentümer und Mieter unterschätzen: Ein Kaminofen ist kein Sperrgut, sondern ein Materialmix aus Metall, Schamotte und Glaskeramik mit einem festen Anschluss an den Schornstein. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Vorschriften gelten, welche Materialien wohin gehören, was es wirklich kostet – und an welchen Stellen Sie eine fachkundige Hand brauchen.

Rechtslage und Materialtrennung in der Schweiz

In der Schweiz gilt für die Entsorgung das Verursacherprinzip nach Umweltschutzgesetz (USG): Wer einen Gegenstand loswird, ist für die korrekte Verwertung verantwortlich. Anders als ein Elektroboiler fällt ein klassischer Holz-Kaminofen nicht unter die VREG, weil er kein Elektrogerät ist. Erst ein Pelletofen mit Steuerung, Förderschnecke und Gebläse enthält elektronische Bauteile, die als Elektroschrott separat zurückgegeben werden müssen.

Der eigentliche Knackpunkt ist die saubere Materialtrennung. Ein Ofen, der als Ganzes in die Mulde wandert, verursacht Mischabfall – teuer und nach kantonalem Abfallrecht oft unzulässig. Korrekt getrennt landet der Korpus im Altmetall-Recycling, die Schamotte im Bauschutt und das Sichtfenster gesondert. So sieht der richtige Entsorgungspfad aus:

Bauteil Richtiger Entsorgungsweg
Stahl- / Gusskorpus Altmetall-Recycling (Schrott), hoher Verwertungsanteil
Schamottesteine Mineralischer Bauschutt – nicht in den Hauskehricht
Sichtfenster Hitzebeständige Glaskeramik – kein Altglas
Ofenrohr / Kaminrohr Altmetall, jedoch russ- und teerbelastet
Elektronik (Pelletofen) Elektroschrott nach VREG, separate Rückgabe
Dichtschnüre vor 1990 Verdacht auf Asbest – Sondermüll, Abklärung nötig

Quelle: Umweltschutzgesetz (USG), VVEA und kantonale Abfallvorschriften, Stand 2026.

Welcher Ofentyp – welche Anforderungen?

Nicht jeder Ofen ist gleich. Vom leichten Stahl-Schwedenofen bis zum massiven Gussofen oder einem einbetonierten Kachelofen-Einsatz unterscheiden sich Gewicht, Demontageaufwand und Entsorgungspfad erheblich. Wer einen Pelletofen wie einen reinen Holzofen behandelt, übersieht die VREG-pflichtige Elektronik im Innern.

Stahl-Kaminofen / Schwedenofen

Gewicht:
80–160 kg
Material:
Stahlkorpus, Schamotte-Auskleidung, Glaskeramik-Scheibe

Häufigster Typ. Korpus ins Altmetall, Schamotte separat.

Gusseiserner Ofen / Cheminéeofen

Gewicht:
120–250 kg
Material:
Grauguss, oft emailliert, Gussroste

Sehr schwer und kantig – hohes Verletzungs- und Schadensrisiko beim Tragen.

Kachelofen-Einsatz

Gewicht:
100–300 kg (mit Verkleidung)
Material:
Stahleinsatz, Kacheln, Schamotte, Speichermasse

Abbruch der Kachelverkleidung erzeugt viel mineralischen Bauschutt.

Pelletofen

Gewicht:
90–180 kg
Material:
Stahl, Elektronik, Förderschnecke, Gebläse

Elektronikteile sind VREG-pflichtiger Elektroschrott und gehören separat.

Altgerät / Anschluss vor 1990

Gewicht:
variabel
Material:
Stahl/Guss, Dichtschnüre und Ofenkitt evtl. asbesthaltig

Bei Dichtungen und Anschlussmaterial vor 1990 Asbest abklären.

Häufige Risiken und teure Fehler

Bei über 5'000 durchgeführten Wohnungsräumungen und Entrümpelungen sehen wir bei Öfen immer wieder dieselben fünf Fehler. Sie kosten im Schnitt mehr, als der Profi-Service insgesamt verlangen würde:

1

Russ- und Teerverschmutzung der ganzen Wohnung

Schadensrisiko: CHF 600–2'500

Das Innere von Ofen und Rohr ist mit feinem Russ und klebrigem Teer überzogen. Wer das Rohr unvorbereitet abzieht, verteilt schwarzen Feinstaub auf Teppich, Tapete und Möbeln. Die Folge ist oft eine Spezialreinigung, die teurer wird als der ganze Ausbau – und bei einer Mietwohnung ein Streitpunkt bei der Abgabe.

2

Rückenverletzung beim Tragen

Schadensrisiko: Arztkosten + Ausfall

Ein gusseiserner Cheminéeofen wiegt bis zu 250 kg und hat keine Tragegriffe. Im engen Treppenhaus, ohne Sackrolli, Gurt und eingespieltes Team, sind Bandscheiben- und Quetschverletzungen vorprogrammiert. Die Suva führt Demontage- und Umzugsarbeiten regelmässig als Unfallschwerpunkt für Private auf.

3

Asbest in Dichtschnüren und Ofenkitt

Schadensrisiko: CHF 8'000+

Bei Öfen und Kaminanschlüssen aus den 1960er- bis späten 1980er-Jahren wurden Dichtschnüre, Ofenkitt und Anschlussmanschetten teils mit Asbest gefertigt. Wer diese aufreisst oder abschleift, setzt Fasern frei. Eine anschliessende Sanierung der Wohnung beginnt bei CHF 8'000 und kann deutlich höher liegen.

4

Beschädigter Kamin durch falschen Anschluss-Verschluss

Schadensrisiko: CHF 1'500–6'000

Bleibt die Anschlussöffnung im Schornstein offen oder wird sie unsachgemäss verschlossen, entstehen Zugprobleme, Russgeruch und Kondensat. Im schlimmsten Fall versottet der Kamin und muss saniert werden. Der Kaminfeger beanstandet einen nicht fachgerechten Verschluss.

5

Falsche Entsorgung im Sperrgut oder in der Mulde

Schadensrisiko: CHF 500+ Busse

Ein Kaminofen ist ein Materialmix und gehört nicht als Ganzes in den Sperrgut-Container. Wer Schamotte, Glaskeramik und Metall nicht trennt oder den Ofen wild entsorgt, riskiert eine Anzeige nach Umweltschutzgesetz (USG) und Bussen ab CHF 500.

Kein Risiko eingehen

Lassen Sie sich eine kostenlose Offerte erstellen – mit transparenter Aufschlüsselung von Demontage, Russschutz, Materialtrennung und Transport. Wir übernehmen den Ausbau sauber aus einer Hand.

Kostenlose Offerte

Worauf es beim Ausbau wirklich ankommt

Einen Kaminofen sauber zu entfernen ist kein Heimwerker-Projekt am Samstagnachmittag. Es verbindet drei Anforderungen, die jeweils eigenes Werkzeug, Erfahrung und Sorgfalt verlangen – und bei denen ein Fehler schnell teurer wird als der ganze Auftrag.

Russschutz

Das Ofenrohr wird vor dem Abziehen abgedichtet und in Folie verpackt, Boden und Wände werden mit Schutzdecken abgehängt. Ohne Staubschutz verteilt sich Russ in der ganzen Wohnung.

Kaminanschluss

Die offene Anschlussöffnung im Schornstein muss brandschutzkonform mit Blindstopfen oder Rosette verschlossen werden. Der Kaminfeger kontrolliert diesen Verschluss.

Schwertransport

Sackrolli, Tragegurte, Treppensicherung – und das Wissen, wann ein zweiter Mann oder ein Treppenlift nötig ist. Bei 150 kg auf der Treppe zählt jeder Handgriff.

Spezialfall Asbest – die unsichtbare Gefahr

Bei Öfen und Kaminanschlüssen aus den Baujahren vor 1990 wurden Dichtschnüre, Ofenkitt und Anschlussmanschetten häufig mit Asbest hergestellt. Solange das Material intakt und gebunden ist, besteht kein akutes Risiko – beim Aufreissen, Abschleifen oder Aufbrechen jedoch werden Fasern freigesetzt. Die Schweizerische Unfallversicherung Suva stuft solche Tätigkeiten als asbestrelevant ein und verlangt eine fachliche Abklärung. Wir prüfen das im Rahmen unserer Asbest-Voreinschätzung und koordinieren bei Verdacht zertifizierte Sanierungspartner.

Kostenvergleich: Selbst entsorgen vs. Profi-Service

Der Materialwert spricht beim Altmetall sogar für Sie – ein Stahlofen ist Schrott mit Restwert. Der Aufwand steckt in Demontage, Russschutz, Anschlussverschluss und Transport. Die folgende Übersicht zeigt eine realistische Vollkosten-Rechnung für einen rund 130-Kilo-Schwedenofen in einer Mietwohnung im 2. Stock:

Position DIY Profi-Service
Ofenrohr lösen, Russ eindämmen Selbst (hohes Verschmutzungsrisiko) inkl. Staubschutz
Kaminanschluss fachgerecht verschliessen Kaminfeger / Ofenbauer CHF 150–350 inkl. / koordiniert
Schamotte entnehmen & trennen Selbst, Bauschutt-Gebühr inkl.
Transport (80–250 kg, Treppenhaus) Eigenes Fahrzeug + 2 Helfer inkl.
Altmetall- & Bauschutt-Annahme Selbst anliefern, begrenzte Zeiten inkl.
Asbest-Risiko (vor 1990) Hoch – Kontaminationsgefahr Abklärung über zertifizierten Partner
Total realistisch CHF 250–600 + Risiko CHF 200–600 all-in

* Indikative Bandbreiten aus aktuellen Kundenofferten im Raum Zürich, Winterthur und Zug. Asbest- und Kachelofen-Spezialfälle gesondert.

Ausbau, Verschluss und Recycling – eine Offerte

Im Rahmen einer Räumung oder Sanierung bündeln wir Demontage, Anschlussverschluss und Materialtrennung in einem Auftrag – sauber, versichert und mit Entsorgungsnachweis für die Verwaltung.

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Praxisbeispiel: Hausräumung in Winterthur

2025 beauftragte uns ein Eigentümer mit der Räumung eines Einfamilienhauses in Winterthur vor dem Verkauf. Im Wohnzimmer stand ein gusseiserner Cheminéeofen von rund 210 kg, fest am gemauerten Kamin angeschlossen. Der erste Plan der Familie: „Den ziehen wir mit drei Nachbarn selbst raus und bringen ihn zum Schrottplatz."

Beim Vor-Ort-Termin zeigten sich zwei Punkte: Die Dichtschnur am Anschluss stammte aus den frühen 1980er-Jahren und stand unter Asbestverdacht, und der Kamin musste fachgerecht verschlossen werden. Wir organisierten eine Materialprobe, demontierten den Ofen unter Staubschutz, trennten Guss, Schamotte und Glaskeramik sortenrein und liessen den Anschluss durch den Kaminfeger abnehmen. Der Gusskorpus erzielte beim Altmetall sogar einen kleinen Restwert. Mehraufwand gegenüber der „Nachbarn-Lösung": überschaubar – die vermiedene Russverschmutzung und eine mögliche Asbestsanierung hätten ein Vielfaches gekostet.

Lehre aus dem Fall: Bei jedem Ofen und Anschluss über 35 Jahren vor dem Ausbau kurz prüfen lassen – und den Kaminverschluss nie offenlassen.

Was unsere Kaminofen-Entsorgung umfasst

Die Ofenentsorgung ist bei uns selten ein Einzelauftrag – meist ist sie Teil einer Wohnungsauflösung, einer Entrümpelung oder eines Umzugs. Folgende Leistungen sind in unserer Offerte standardmässig enthalten:

  • Vor-Ort-Termin oder Foto-/Videoabklärung zur Kostenschätzung
  • Asbest-Voreinschätzung bei Dichtungen und Anschlüssen vor 1990
  • Russgeschützte Demontage von Ofenrohr und Korpus mit Staubschutz
  • Sortenreine Trennung von Metall, Schamotte und Glaskeramik
  • Koordination des fachgerechten Kaminanschluss-Verschlusses
  • Sackrolli- und Gurttransport durchs Treppenhaus mit Schutzdecken
  • Anlieferung im Altmetall-Recycling und korrekte Bauschutt-Entsorgung
  • Schriftlicher Entsorgungsnachweis und auf Wunsch Endreinigung des Standortes

Häufige Fragen zur Kaminofen-Entsorgung

Was kostet die Entsorgung eines Kaminofens in der Schweiz?
Der reine Materialwert eines Schwedenofens ist als Altmetall sogar leicht positiv – ein Recyclinghof nimmt den Stahlkorpus meist gratis oder gegen ein kleines Entgelt entgegen. Die eigentlichen Kosten entstehen durch die Demontage des Ofenrohrs, das Trennen vom Kaminanschluss, das Entfernen der Schamottesteine sowie den Transport von 80 bis 250 Kilogramm durchs Treppenhaus. Realistisch liegen die Vollkosten zwischen CHF 200 und CHF 600. Im Verbund mit einer Wohnungsräumung oder Sanierung lohnt sich eine individuelle Offerte, weil mehrere Arbeiten ineinandergreifen.
Darf ich einen Kaminofen selber abbauen und zum Recyclinghof bringen?
Grundsätzlich ja – aber Gewicht, Russ und der Kaminanschluss werden regelmässig unterschätzt. Ein gusseiserner Ofen wiegt schnell über 150 kg, das Ofenrohr ist innen mit Russ und Teer überzogen und der Anschluss an den Schornstein muss fachgerecht verschlossen werden, damit später kein Zug- oder Kondensatproblem entsteht. Bei Geräten und Anschlüssen vor 1990 kommt zudem ein mögliches Asbestrisiko bei Dichtschnüren und Ofenkitt hinzu. Eine kurze fachliche Einschätzung klärt, ob Eigenarbeit überhaupt sinnvoll ist.
Wohin kommt ein alter Kaminofen – Altmetall oder Sperrgut?
Der Stahl- oder Gusskorpus gehört ins Altmetall-Recycling und nicht in den Sperrgut-Container oder gar in die Mulde. Die Schamottesteine im Innern zählen als mineralischer Bauschutt, das Sichtfenster ist hitzebeständiges Glaskeramik und gehört nicht ins Altglas, und Dichtschnüre älterer Modelle können Sondermüll sein. Ein Kaminofen ist also kein Einzelstück, sondern ein Materialmix, der korrekt getrennt werden muss. Genau diese Trennung übernehmen wir im Rahmen unserer Entsorgung.
Was ist beim Verschliessen des Kaminanschlusses zu beachten?
Nach dem Ausbau bleibt im Schornstein eine offene Anschlussöffnung zurück. Diese muss luftdicht und brandschutzkonform mit einem Blindstopfen oder einer Verschlussrosette geschlossen werden – sonst drohen Zugprobleme, Russgeruch und im schlimmsten Fall Kondensat- oder Versottungsschäden am Kamin. In vielen Gemeinden prüft der Kaminfeger den fachgerechten Verschluss. Gerne beraten wir Sie individuell und koordinieren den Verschluss als Teil unseres Auftrags.

Kaminofen fachgerecht entsorgen – ohne Russ und Risiko

Wir beraten Sie gerne unverbindlich und erstellen eine transparente Offerte für Demontage, Anschlussverschluss und sortenreines Recycling.